Willkommen bei Fettehenne


Ich darf mich ohne weitere Umschweife mit einem Wunsch an Sie
wenden. Ich wünsche mir eine konsequentere Aufarbeitung dessen, was heute
als "Informatik" gelehrt wird. Es ist zu "schwach" in dem Sinne,
als das Informatikabsolventen in schöner Regelmässigeit von
den Anforderungen des Alltags überrollt werden. Ich beobachte
unter Informatikabsolventen entstehend aus diesem Konflikt eine
besondere Form der Misanthropie.
Ich habe hier folgende Ansätze: ich betrachte die grundlegenden
Arbeiten der Jahre 1930er bis 1950er Jahre zunehmend mit
Mistrauen. Zudem scheint mir die Definition von "Information",
die zur Verfügung steht, weder für ausreichend noch für
zeitgemäss. Ich bedaure sehr, dass diesen Worten in Ermangelung
brauchbarer Alternativen die Arroganz innewohnt und nenne
deswegen ersteinmal ermangels Übersicht keine Namen, erlaube mir
zudem, klarzustellen: sicher waren oben referenzierte Arbeiten
"bahnbrechend". Doch gefällt mir die "Bahn" nicht, auf die sie
uns geführt haben.
Ich darf hierzu meine gerne kontrovers zur Diskussion gestellte
Meinung kurz festhalten: ich halte die Informatik für eine
verderbliche Verquickung von ökonomischem Denken des 19. mit
militärischen Anforderungen des 20. Jahrhunderts.
Betrachten Sie die Tastatur vor sich. Es sind nicht einmal
Symbole für alle vier Grundrechenarten vorhanden. Dennoch nennen
wir Computer "Computer". Ich erlaube mir zudem, die Frage stellen, ob sich der "Computer",
wie er heute verwendet wird, in seinemAufbau grundlegend
von denjenigen Geräten unterscheidet, die für die Lösung
militärischer Anwendungen abden 1940er Jahren konstruiert wurden.
Wenn keine grundlegenden Unterschiede bestehen, dann sind wir
vereinfacht ausgedrückt in der Situation, in der wir Aufgaben des
Friedens mit Werkzeugen des Krieges zu bearbeiten haben. Es ist
meine Vermutung, dass dieser Umstand die Effizienz und die
Effektivität unserer Bemühungen mindert.
Spechbach 2005, Tilman Kranz
(Weitergabe in unveränderter Fassung erwünscht und vorgenommen)